D R O G E N

Heroin, Cocain, Crack

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Harte Drogen besitzen ein enormes Suchtpotential im physischen und psychischen Bereich. Deshalb muß eine einjährige Abstinenz nachgewiesen werden; das kann durch regelmäßige Haar- bzw. Urinanalysen erfolgen. Eine zusätzliche Therapie wäre empfehlenswert.
Unter Einwirkung dieser Drogen ist die Fahreignung massiv herabgesetzt. Auch ohne vorangegangenen Drogenkonsum kann die Verkehrsteilnahme äußerst gefährlich sein, wenn der Betroffene in großer Hektik unter Entzugserscheinungen auf der Jagd nach seiner Droge ist.
Zum Nachweis der Abstinenz (mindestens 10-12 Monate) empfiehlt sich eine Haaranalyse bei mindestens 10-12 cm Haarlänge. 

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Cannabis
Zum Nachweis der Abstinenz (mindestens 6 Monate) empfehlen sich Urinanalysen im 2-monatigen Abstand oder eine Haaranalyse bei mindestens 6 cm Haarlänge. 

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Ecstasy
Amphetamine besitzen ein nicht zu unterschätzendes Suchtpotential im physischen und psychischen Bereich. Deshalb wäre eine Therapie empfehlenswert.

Unter Einwirkung dieser Droge ist die Fahreignung durch Veränderung der Wahrnehmung und erhöhte Risikobereitschaft massiv herabgesetzt.

Zum Nachweis der Abstinenz (mindestens 6-12 Monate) empfiehlt sich eine Haaranalyse bei mindestens 6-12 cm Haarlänge. 

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Politoxikomanie
Besonders gefährlich werden alle illegalen Drogen, wenn sie in Verbindung mit Alkohol konsumiert werden.

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Drogenscreening
Urinanalyse:
Cannabis ist bis 2 Monate, bei vorher täglichem Konsum sogar bis 3 Monate nachweisbar. Alle anderen Drogen ungefähr 3-5 Tage.

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Haaranalyse:
0,8-1 cm Haarlänge entspricht 1 Monat. Bei 8-10 cm langem Haar können alle Drogen und Medikamente (außer Alkohol), die in den letzten 10 Monaten konsumiert wurden, nachgewiesen werden.

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Die Screenings müssen kontrolliert und unter Vorlage des Personalausweises erfolgen. 
Bei Abhängigkeit/Sucht ist ein 1-jähriger Abstinenznachweis gesetzlich vorgeschrieben. 
Bei harten Drogen ist Alkoholabstinenz unbedingt notwendig, um einer Suchtverschiebung vorzubeugen. 
Nach Langzeit-Cannabismißbrauch empfiehlt sich ebenfalls Alkoholabstinenz. 

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Was passiert nach einer Cannabis-Auffälligkeit?
Beurteilungskriterien des Cannabiskonsums und Massnahmen, die von den Straßenverkehrsbehörden gemäß Erlaß des Ministeriums für Wirtschaft und Mittelstand, Technologie und Verkehr NRW (Az.: 632-21-03/2.1) in Abhängigkeit von der THC-COOH-Konzentration in einer Blutprobe zu ergreifen sind.

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Befund

Beurteilung 

zusätzliche Auffälligkeiten

Maßnahmen

THC-COOH < 5,0 ng/ml einmaliger oder Verdacht auf gelegentlichen Konsum keine

keine

THC-COOH < 5,0 ng/ml

THC positiv

gelegentlicher Konsum, Verdacht auf gelegentlichen Konsum wurde bestätigt, weil mindestens zweimaliger Cannabiskonsum nachgewiesen wurde  Kontrollverlust, da der/die Betroffene in engen zeitlichen Zusammenhang mit der Blutentnahme Cannabis konsumiert hat Anordnung einer MPU 
THC-COOH > 5,0 und < 75 ng/ml es liegt mindestens gelegentlicher Konsum mit Verdacht auf regelmäßigen Konsum vor   keine

Persönliches Gespräch mit Nachuntersuchung (Blutuntersuchung) unter kurzfristiger Einbestellung 

THC-COOH > 5,0 und < 75 ng/ml es liegt mindestens gelegentlicher Konsum mit Verdacht auf regelmäßigen Konsum vor  z.B. THC positiv mehrfache Verkehrsauffälligkeiten
Hinweise auf
- fehlende Trennung von Konsum und Fahren
- Gebrauch von Alkohol
- Bei Gebrauch anderer Drogen
- Störung der Persönlichkeit
- Kontrollverlust 
Anordnung einer MPU 
THC-COOH > 75 ng/ml

 

es liegt regelmäßiger Konsum von Cannabisprodukten vor  unerheblich Versagung bzw. Entziehung der Fahrerlaubnis, 
Ausnahme siehe Ziffer 3.9.1 der Begutachtungs -Leitlinien Kraftfahreignung 

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Für die Unterscheidung eines einmaligen, gelegentlichen oder regelmäßigen Konsums wird nicht die THC-Konzentration herangezogen, sondern die Konzentration des sich nur langsam abbauenden wirkungsfreien Metaboliten THC-COOH.

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