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V O R W O R T

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Härtetest für Alkoholsünder
Etwa 138.000 müssen jährlich zur psychologischen Untersuchung. Er gilt als härteste Prüfung für Autofahrer und ist nur schwer zu bestehen: der sogenannte Idiotentest. Rund 110.000 Alkoholsünder, die mit mehr als 1,6 Promille Blutalkohol ertappt wurden, mußten sich 2002 der medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) unterziehen, so jüngste Schätzungen des Verbandes der Technischen Überwachungsvereine.

 
Die Aussichten, ein positives psychologisches Gutachten und damit den Führerschein zurückzuerhalten, sind seit Jahren gleichbleibend schlecht, und noch schlechter von Jahr zu Jahr. So mancher Prüfkandidat versucht gar, die Psychologen mit einem "Schauspielkurs" zu überlisten, .Dennoch scheitert fast jeder zweite Promillesünder dem Verband zufolge am "Idiotentest". 


Wirksamkeit umstritten
Die Wirksamkeit der MPU ist seit langem umstritten. Obwohl Wissenschaftler in den vergangenen Jahren von einer 30prozentigen Rückfallquote bei den Geprüften ausgingen, liegt sie nach einer Studie des Experten bei lediglich 11,9 Prozent. Diese Zahl hält der Verkehrspsychologe Klaus Königstein von der Universität Hamburg aber für unwahrscheinlich. Vermutlich liege sie "um einiges höher". Zugleich kritisiert er die Vielzahl der Institutionen, die die MPU inzwischen durchführen. Es sei offensichtlich, daß die Psychologen "nicht immer und überall kompetent arbeiten", meinte der Experte. 
Dieser Ansicht ist offenbar auch das Verkehrsministerium, das die Anwendung des "Idiotentests" jetzt neu regeln will. 

Die Änderung, die voraussichtlich zum Jahresende in Kraft tritt, soll unter anderem die Untersuchungskriterien vereinheitlichen und Mißbräuche vermeiden. So sollen die Gutachten künftig so gestaltet sein, daß sie von den Betroffenen auch verstanden werden. 


Durchfallquote schwankt je nach Institution
Gleichzeitig will man eine Qualitätssicherung für die MPU einführen. Das ist nach Ansicht von Experten aus allen Bundesländern dringend erforderlich, weil die Durchfallquote der Geprüften bundesweit je nach Institution zwischen 17 und 74 Prozent schwanke. Bei der Zulassung der Prüfeinrichtungen habe es in den letzten Jahren einen "Wildwuchs" gegeben, so der Experte. "Da muß sich etwas ändern, denn irgendwas läuft da verkehrt." 


Genauso sehen das die Betroffenen auch.


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